Integration durch Bildung

Der Zugang zu Bildung - von vorschulischer und schulischer Bildung über die Berufsfindung bis zur Weiterbildung - ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Integration und Teilhabe am ökonomischen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben.

Mit einem guten Bildungsabschluss steigen die beruflichen Perspektiven sowie Chancen und tragen langfristig zum Gelingen der Integration bei.

Dennoch haben es Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem besonders schwer. Trotz der heterogenen Lebenslagen und der erzielten Integrationsfortschritte, gehören Migrantenfamilien häufiger zu der Bevölkerungsgruppe mit geringem sozioökonomischem Status, der sich negativ auf die Chancen im Bildungssystem auswirkt. 

Die Probleme auf dem Bildungsweg schlagen sich vor allem, besonders auf die Schulabschlüsse der Kinder nieder. Sie verlassen häufiger die Schule ohne Abschluss und sind immer noch überwiegend in Hauptschulen und weniger in Gymnasien vertreten. In diesem Zusammenhang sind bildungspolitische und pädagogische Programme erforderlich, die die Kinder schon so früh wie möglich in ihren individuellen Fähigkeiten und Leistungen fördern.

Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Kleve engagiert sich daher insbesondere rund um die Themen „Durchgängige sprachliche Bildung“, „Mehrsprachigkeit“ und „Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Familien“ und unterstützen damit Familien, Bildungsinstitutionen sowie deren Fachpersonal bei der (frühen) Bildung der Kinder und bei der eigenen Qualifikation rund um diese Themenfelder. Angeboten werden beispielsweise bewährte Programme wie „Griffbereit“, „Rucksack KiTa“ und "Rucksack Schule".

„Griffbereit“


"Griffbereit“ ist ein Konzept der Familienbildung für Eltern mit und ohne Migrationsgeschichte und ihren Kindern zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr. Ziel des Programms ist es, die frühkindliche Entwicklung durch konkrete kleinkindgerechte Aktivitäten zu fördern und wichtige Grundlagen zum Erwerb von Sprachkompetenz zu schaffen. Es soll zur Stärkung des Empowerments von Familien beitragen und ihnen Hilfestellungen zur Förderung ihrer Kinder in der allgemeinen und sprachlichen Entwicklung mitgeben. Die Mehrsprachigkeit der Familien wird mitberücksichtigt, aufgegriffen und unterstützt.

Die Umsetzung von „Griffbereit“ erfolgt in Gruppen, die sich in der Regel wöchentlich in den Räumlichkeiten des durchführenden Trägers treffen. Jede Gruppe besteht aus mindestens sechs Elternteilen und ihren Kindern und wird in der Regel von zwei Elternbegleiterinnen oder Elternbegleitern betreut. Die Kommunikation und die Vermittlung der Inhalte erfolgt bei zweisprachigen Gruppen bilingual (Deutsch/ eine Familiensprache) und bei Gruppen mit heterogenen Familiensprachen mehrsprachig (Deutsch/mehrere Familiensprachen).

„Rucksack KiTa“

 

„Rucksack KiTa“ ist ein Familienbildungsprogramm und richtet sich an Eltern mit Migrationsgeschichte und ihre Kinder zwischen vier und sechs Jahren, die eine Kindertageseinrichtung besuchen sowie an die Kindertageseinrichtungen, die von diesen Kindern besucht werden. Ziel des Programms ist es, die Erziehungskompetenz der Eltern zu erweitern und ihnen zu ermöglichen, sowohl bei der Sprachbildung als auch im Bildungsbereich Mitverantwortung übernehmen zu können. Mit dem Programm ist weiterhin beabsichtigt, die Mehrsprachigkeit als Chance für die Integration und als Potenzial der Kinder aufzugreifen und zu stärken, indem die Sprachkompetenz der Kinder in einem alltagsintegrierten Konzept sowohl in Deutsch durch die Bildungsinstitution und in ihrer Familiensprache durch die Familien gefördert wird. Auf der institutionellen Ebene soll das Programm migrationsgesellschaftliche Öffnung und Diversitätsorientierung der Bildungseinrichtungen unterstützen.

Die Umsetzung erfolgt in Gruppen, die sich in der Regel wöchentlich in den Räumlichkeiten einer Kindertageseinrichtung treffen. Jede Gruppe besteht aus mindestens sechs Elternteilen und wird von einer Elternbegleiterin oder einem Elternbegleiter betreut. Die Eltern werden in den Gruppen insoweit angeleitet, dass sie die Kenntnisse und Aktivitäten aus den Bereichen Sprache, Kreativität, Motorik usw. zu Hause mit ihren Kindern in ihren Familiensprachen thematisieren können.

Die Erzieherinnen und Erzieher sind im Konzept „Rucksack KiTa“ die Verantwortlichen für die KiTa und Partner im Programm für die Elternbegleiterinnen und -begleiter sowie die teilnehmenden Familien.

„Rucksack Schule“

"Rucksack Schule“ ist ein Familienbildungsprogramm und richtet sich an Eltern mit und ohne Migrationsgeschichte, deren Kinder sich im ersten bis vierten Schuljahr befinden.

Ziel dieses Programms ist es, über die Einbindung der Eltern als Bildungspartner den Lernprozess der Kinder ganzheitlich und mehrdimensional zu begleiten und zu stärken.

Die Umsetzung erfolgt in Form eines Kooperationskonzeptes, das vorsieht, die Unterrichtsinhalte des Deutsch-, Fach- und Herkunftssprachlichen Unterrichts mit den Inhalten, die in der Elterngruppe vermittelt werden, abzustimmen. Im Rahmen dieses Kooperationskonzeptes entwickelt sich eine Netzwerkstruktur zwischen einer Lehrkraft als Koordinatorin bzw. Koordinator, der Elternbegleiterin bzw. dem Elternbegleiter, der Schule, außerschulischen Partnern (Stadtbücherei, Museum etc.), externen Referenten (z.B. Verkehrspolizist, Zahnarzt), den Eltern und deren Kindern.

Bei „Rucksack Schule“ werden Unterrichtsinhalte für Kinder und ihre Familien in der deutschen Sprache und in der jeweiligen Familiensprache zeitlich und inhaltlich parallel im Rahmen des Klassenunterrichts, der herkunftssprachlichen Unterrichts und der Elternbildung vermittelt.

Bei Interesse an der Durchführung der Sprach- und Elternbildungsprogramme wenden Sie sich bitte an: 

E-Mail:     ki@kreis-kleve.de

Telefon:  02821 85-127