Integrationsgipfel "Integration durch Bildung"

 

Am 20.09.2022 findet der diesjährige Integrationsgipfel des Kommunalen Integrationszentrums in der Zeit von 9.00 bis 16.00 Uhr im Kultur- und Kongresszentrums KASTELL, Goch statt.


Zu Beginn der Veranstaltung erhalten Sie einen kurzen Rückblick auf die Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums sowie einen Einblick in die aktuellen Ziele zur Förderung der Integration und gesellschaftlichen Teilhabe. Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit an Fachvorträgen teilzunehmen und sich in verschiedenen Praxisforen auszutauschen. Auf dem Markt der Möglichkeiten werden Institutionen, Vereine und Initiativen ihre integrationsfördernden Angebote praxisnah und anschaulich präsentieren. Die Besucher können über den Markt flanieren, Informationen zu den Möglichkeiten in ihrer Nähe erhalten, Kontakte knüpfen und in den Austausch gehen.

Informationen zum Fachtag

Eröffnung und Begrüßung 09:00 - 10:00 Uhr

Fachvortrag 10:30 – 12:00 Uhr


Bühne


Fachvortrag: (Sprachsensible) Heterogenität – eine Herausforderung?

Ingrid Weis, Lehrbeauftragte der Universität Duisburg-Essen für den Bereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, Autorin

Den Bildungsinstitutionen kommt die Aufgabe zu, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu fördern. Das stellt Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und andere in den Bildungsinstitutionen tätigen Menschen vor große Herausforderungen.

In diesem Vortrag wird zunächst die Frage diskutiert, welche sprachlichen Anforderungen für den Bildungsprozess wichtig sind. Dazu werden die unterschiedlichen Funktionen von Sprache an Beispielen (Kommunikation, Werkzeug des Denkens) sowie Unterschiede zwischen der deutschen Sprache und einigen Herkunftssprachen erklärt.

Davon ausgehend werden an Beispielen wirksame Prinzipien der Sprachförderung vorgestellt. Die Beispiele für die Bereiche Hören und Sprechen, Schriftspracherwerb und dem sprachsensiblen Fachunterricht zeigen, wie sprachliches Lernen in heterogenen Lerngruppen organisiert werden kann.

 

Parallele Angebote von 12:30 – 14:00 Uhr


Bühne


Fachvortrag mit Diskussionsforum: Zusammenarbeit mit Eltern aktiv gestalten

Dr. Mehmet Alpbek, FÖTED-Bundesgeschäftsführer / Projektleiter Strukturelle Stärkung der Elternarbeit und Elternbildung

Der Fachvortrag bietet einen Einblick in die Möglichkeiten der Stärkung der Zusammenarbeit mit Eltern mit Einwanderungsgeschichte. Erfahrungsberichte aus der Praxis der Elternarbeit zeigen, wie Eltern als aktive Partner im Bildungs- und Erziehungsprozess ihrer Kinder gewonnen werden können. Die Hemmnisse und Herausforderungen werden dargestellt und Vorschläge zur Überwindung praxisnah vermittelt. Dabei steht der Aufbau einer verlässlichen und nachhaltigen Struktur im Vordergrund, die langfristig in den Bildungseinrichtungen die Elternarbeit stärkt. Nach dem Fachvortrag (20 - 30 Minuten) ermöglicht Dr. Alpbek ein offenes Diskussionsforum, in dem Fragen gestellt, eigene Erfahrungen oder Herausforderungen dargestellt und Möglichkeiten aufgezeigt werden können.  


Workshopraum I - ausgebucht


Workshop: Die größten Mythen über Mehrsprachigkeit – und wie kann ich ihnen entgegenwirken?

Dr. Natalia Tilton, Inklusionspädagogin, Dozentin im Bereich Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und Dolmetschen

Der Workshop richtet sich an alle Teilnehmenden, die Integrationsarbeit leisten. Zwei oder noch mehr Sprachen zu beherrschen, ist heutzutage nichts Außergewöhnliches mehr. Gerade Kindern fällt es besonders leicht, verschiedene Sprachen von Grund auf zu erlernen. Mehrsprachigkeit bietet darüber hinaus eine Menge Chancen – für den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes. Nichtsdestotrotz wird das Thema Mehrsprachigkeit immer noch mit einigen „Mythen“ verbunden. Unser Ziel in diesem Workshop ist es, gängige „Mythen“ über frühe Mehrsprachigkeit zu thematisieren und diesen mit Erkenntnissen aus der Wissenschaft zu begegnen. Dabei werden Kenntnisse über die Bedingungen für eine gute Förderung des Deutschen und der Muttersprache besprochen.

In diesem Workshop gehen wir gemeinsam u.a. auf folgende Punkte ein:

•           Mehrsprachigkeit – Alltagsrealität oder ein kognitiver Ausnahmezustand?

•           Halbsprachigkeit in aller Munde

•           Die Identitätsentwicklung ist nur mit EINER Sprache möglich – ja oder nein?

•           Das Mischen von Sprachen – ein Anzeichen für Defizite?

•           Deutsch als einzige Familiensprache im nicht-deutschsprachigen Elternhaus – ist das zielführend?


Workshopraum II


Workshop: Vielfalt in der pädagogischen Arbeit: Der Weg zu einer diversitätsreflektierten Praxis

Bernadette Möhlen, Bildungsreferentin, FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW

Der Workshop startet mit einem fachlichen Input zu Diversität und Intersektionalität. Im Anschluss wird durch die Arbeit mit Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer das theoretische Wissen in die konkrete Umsetzung gebracht.
Es folgt ein moderierter Austausch, bei dem spezifische Fragen und verschiedene Perspektiven aufgegriffen werden, bevor zum Abschluss konkret in den Transfer gegangen wird mit der Frage: „Was hab‘ ich schon, was fehlt mir noch?“

 

Parallele Angebote 14:30 – 16:00 Uhr


Bühne


Fachvortrag: Roma-Zuwanderung aus Südosteuropa - Sensibilisierung und Handlungsempfehlungen

Kasm Cesmedi, Gesamtschullehrer, Rom, Mitbegründer des „Landesrates der Roma NRW“ in Essen, Vorsitzender des Beirates

Roma zählen zu den Minderheitsgruppen in Deutschland, die nach wie vor am meisten von Ablehnung betroffen sind.
Negative Stereotype gegen Angehörige der Ethnie der Roma halten sich folglich hartnäckig auch über Generationen hinweg. Obgleich seitens der Mehrheitsgesellschaft bezüglich Roma ein großes Wissensdefizit sowie ein Mangel an persönlichen Kontakten bestehen.
Der Fachvortrag soll nicht nur für die Hintergründe, die Geschichte, die Herkunft und die Identität sensibilisieren, sondern auch mögliche Werkzeuge und
Strategien an die Hand geben, die befähigen in der Praxis des beruflichen Alltags vermitteln zu können sowie gekonnt und kompetent mit Voreinstellungen umzugehen.
Dem Publikum wird durch den Fachvortag die Möglichkeit geboten, sich über die in Deutschland lebenden Roma Gruppen zu informieren und mehr über die Schul-, Bildungs- und Lebenssituation der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler und ihrer Familien in den Herkunftsländern und in Deutschland zu erfahren. Sensibilisierung und selbstreflexive kritische Auseinandersetzung mit Denkmustern sowie Methoden für den beruflichen Alltag zu erproben sind neben Informationen zur „Herkunft, Sprache und Kultur der Roma“ Ziel des Fachvortrags.


Workshopraum I


Workshop: Generative Textproduktion – ein Konzept zur Sprachförderung aller Kinder

Ingrid Weis, Lehrbeauftragte der Universität Duisburg-Essen für den Bereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, Autorin

Heterogenität der Schülerschaft ist in unseren Klassen Normalität. Diese Vielfalt zeigt sich u. a. durch mehrsprachige, inklusiv beschulte und neu zugewanderte Kinder, die alle einen individuellen Förderbedarf haben. Eine effektive Methode der Sprachförderung für alle Kinder stellt die generative Textproduktion dar. Mit diesem Konzept können Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund in ihrem Sprach- und Schriftspracherwerb unterstützt werden. Durch systematische Veränderungen von Kinderreimen und –liedern, Gedichten, Zungenbrechern, Rätseln, Abzählreimen, Bilderbüchern etc. werden der Wortschatz erweitert sowie sprachliche Strukturen eingeübt.

In diesem Workshop wird das Konzept vorgestellt. Im Anschluss haben die Teilnehmer/innen die Möglichkeit, erste eigene Anwendungserfahrungen zu machen.


Workshopraum II - ausgebucht


Workshop: Einander verstehen!

Susanne Siebert, Diplom-Pädagogin, Mediatorin, Coach

Verständliche Sprache – eine wichtige Grundlage gelingender Integration

Dieser Workshop stellt die Merkmale „einfacher“ und „leichter Sprache“ gegenüber und zeigt, wie gegenseitiges Verstehen durch verständliches Sprechen und Schreiben gelingen kann.
Nach einem fachlichen Input zu einfacher und leichter Sprache sowie wichtigen Grundsätzen der Kommunikation wird in einem kleinen Praxistraining das Anwenden verständlicher Sprache geübt. Kommunikation auf Augenhöhe = einander Verstehen!

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